Vorstellung von "bauDirDeineWelt"

Hier kann sich jede/r vorstellen der/die möchte.
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 444

Vorstellung von "bauDirDeineWelt"

Beitrag#1von bauDirDeineWelt » 10. Jun 2017 11:59

Hallo Forum,
mit diesen Zeilen möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Hans-Ulrich Reimers, Architekt aus Berlin.

Öffi hatte ich im Rahmen eines BSV-Treffens Herbst 2016 in Minden das erste Mal kennengelernt, als es um das Thema „Rassismus in der Friedensbewegung“ ging. Dort befand ich mich gemeinsam mit Öffi in einer Arbeitsgruppe, als ein Professor aus Ghana seine Sicht der Familiensituation auf dem afrikanischen Kontinent darstellte. Wir hatten anschließend ein kurzes Gespräch und ich persönlich fand Öffi interessant. Nach der Veranstaltung informierte ich mich grob im Web über die Person Öffi und konnte mir eine Vorstellung seines Aussteigerlebens verschaffen.

Bei unserer zweiten Begegnung auf der BSV-Jahrestagung (Bund für soziale Verteidigung) 2017 in Hannover traf ich Öffi erneut, jetzt erlebte ich allerdings einen demonstrierenden Einzelgänger, der dem BSV selber Rassismus ihm gegenüber unterstellte. Öffi stand die gesamte Zeit in diesem Sinne mit einer Plakatbotschaft im Veranstaltungsraum und beteiligte sich auch sachlich gut artikuliert an der Diskussion. Es gab offenbar zuvor einen Konflikt mit der BSV-AG-Gender zwischen ihm, seiner Partnerin Anke Rochelt und den Mitgliedern der AG-Gender, da sie Öffi an ihren Sitzungen nicht teilhaben lassen wollten. Dazu kursierte seitens des BSV-Vorstandes ein Erklärungsschreibern, das während der Jahrestagung ausgeteilt wurde. Erst im letzten Tagesordnungspunkt unter Verschiedenes nach der Mitgliederversammlung wurde Öffis Auftritt behandelt. Es wurde die Frage in den Raum gestellt, wer denn überhaupt mit Öffi zusammen etwas unternehmen möchte.

Ich war der einzige, der sich eine Zusammenarbeit mit Öffi vorstellen konnte. Als Argument trug ich vor, dass ich es nicht fertig bringe, jemanden auszugrenzen und Typen mag, weil ich selber versuche, eine Type zu sein. Gemeint habe ich Menschen, die völlig authentisch dazu in der Lage sind, sich selber darzustellen und es schaffen, gegen den Mainstream anzuschwimmen. Diese Eigenschaft schätze ich höher als mögliche Genderprobleme, die Öffi unterstellt werden. Für mich ist Öffi ein katholischer Theologe, der sich ganz seiner Natürlichkeit hingegeben hat und eine Familie gründen konnte. Allerdings für einen Aussteiger im Wald ist so eine familiäre Lebensweise als besondere Herausforderung anzusehen, die ich persönlich nicht zu kommentieren habe. Eher möchte ich Hilfestellung leisten und bilde mir ein, das aufgrund meiner speziellen Situation und Biografie auch zu können. Ich bin als Protestant ganz anders in das Gemeindeleben eingeführt worden als jemand unter dem Vorzeichen des Zölibats und empfinde dieses Thema als ganz wichtigen Beitrag für mich speziell als Architekten. In Hinblick auf Versöhnung zwischen den Konfessionen ist dieses Feld unbedingt Zeitgemäß. Gerade bauliche Optionen über lebenswerte Wohnverhältnisse für Aussteiger wie Öffi sehe ich als große Aufgabe, hier probate Möglichkeiten zu durchdenken. Genau das ist der Punkt, weshalb ich als einziger Öffi auf der BSV-Jahrestagung beistehen konnte. Ich habe eine Vision und mit Öffi‘s Hilfe sehe ich einen Weg, tatsächlich so etwas wie ein Realökotopia mit Schenkerambitionen verwirklichen zu können.

Während meines Wortbeitrages während des TOP zu Öffi deutete ich ein Schreiben an, das ich zuvor an den BSV gesendet hatte und das sich auf die vorherige Jahrestagung 2016 in Magdeburg bezog. Dort hatte ich bereits bauliche Visionen in Zusammenhang mit dem Tagungsthema Truppenübungsplatz „freie Heide“ eingebracht.

(Siehe auch http://www.bau-weise.de Mein Modell eines Fertigteilsystems zielte auf genau diesen Zusammenhang)

Obwohl sich der BSV für gewaltfreie Konfliktbewältigung einsetzt, fand ich es irritierend, dass mich niemand während der gesamten Sitzung auf meine Visionen angesprochen hatte. Erwartet hatte ich das auch nicht, denn ich weiß auch wie Menschen ticken und dass Theoretiker niemals den Praktiker herauskehren können, weil sie einfach nicht über ihren Schatten springen können. Es ist bitte kein Vorwurf, denn ich schätze die Arbeit und diese wunderbaren Jahrestagungen sehr und mag die Aktivisten persönlich ebenso, aber ich besitze die besondere Fähigkeiten globale Zusammenhänge anders zu hinterleuchten. Dadurch, dass ich beides bin, Theoretiker und Praktiker in einem, bietet sich mir aufgrund besonderer Möglichkeiten ein ganz anderer Horizont. Dass ich allerdings damit kein Gehört bekomme, ärgert mich schon und so ist dann auch meine Verstimmung zu verstehen, indem ich versuchte anzudeuten, das ich zwar BSV-Mitglied bin, aber gleichzeitig auch Suchender, der erst einmal den BSV abklopfen möchte, bevor ich mich z.B. im Vorstand engagieren würde.

Ich war das einzige BSV-Mitglied, das Öffi zu sich ins Boot nehmen wollte und habe somit eine Bühne geschaffen, um für eine Alternativvision zu werben. Es kann sich dabei auch gerne um ein Realökotopia handeln, für das ich gemeinsam mit Öffi auf dem Kirchentag 2017 in Berlin demonstriert habe.

Im Folgenden mein BSV-Schreiben als Impulsgeber für ein Realökotopia und dessen mögliche Dimension:

Schöne Grüße
Ulli
bauDirDeineWelt
 
Beiträge: 10
Registriert: 05.2017
Geschlecht:

Re: Vorstellung von "bauDirDeineWelt"

Beitrag#2von bauDirDeineWelt » 10. Jun 2017 12:12

Dieses Schreiben sandte ich im März 2017 an den BSV (Bund für soziale Verteidigung)
Eine bestimmte Form des Bauens im Zusammenspiel mit dem BSV-Kernthema Gewaltfreiheit

An den BSV,

die nächste Jahresvollversammlung 2017 in Hannover naht und ich bin noch gedanklich mit der letzten beschäftigt. Mir geht es um ein Gedankenmodell mit Überlegungen zu Gemeinsamkeiten zwischen Militär und Baukultur. Dabei beschäftigen mich die seit Generationen überlieferten Gewohnheiten, durch die Menschen immer wieder durch äußere Zwänge zu Handlungen verleitet werden. Theoretisch sehe ich eine einfache Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und dass Prozedere in eine große Chance umzudrehen. Angeregt wurde ich durch das vorherige Treffen 2016 in Magdeburg, einfach mal nachvollziehbare Schutzbedürfnisse mit denen neu errichteter Lebensräume zu kombinieren. Letztes Jahr in Magdeburg ging es u.a. um Aktionsmaßnahmen gegenüber den durch NATO-Truppen genutzten Truppenübungsplatz Colbitz-Letzlinger-Heide. Anstelle gut gemeinter Öffentlichkeitsaktionen möchte ich mir alternativ einen ganz normaler Konsens zwischen den Gegnern und Befürwortern der ehemaligen Militärbrache vorstellen, so dass durch ein Nebeneinander etwas Gemeinsames entsteht, bei dem am Ende sogar die Verwandlung hin zu einer „auf Mediation ausgerichteten gewaltfreien Armee“ vorstellbar wird.

Zu Feudalzeiten waren Unterwerfungsrituale mit demütigenden Huldigungen üblich, die im Ansatz bis heute unsere Handlungen bestimmen. Nicht nur das zackige militärische Grußzeremoniell, sondern die gesamte Gesellschaft ist immer noch von einem Obrigkeitsdenken durchdrungen, das ständig unser individuelles Selbst erniedrigt. Das „Prügeln schadet doch nicht“ ist leider nur in Ansätzen überwunden. Disziplin ja, aber was machen diese Fremdbestimmungen mit den normalen Menschen sonst noch. Um weitere ausgeblendete Wahrheiten aufs Tablett zu hebeln, schlage ich im Folgenden die krasse Konfrontation zwischen militärisch genutztem Truppenübungsplatz und einem selbstbestimmt ausgerichteten Wohnprojekt vor. Wohnen ist hier der Schlüssel, denn ein Zuhause braucht schließlich jeder, aber es wird ausgeblendet, unter welch straffen Regimentern die Gebäudebestände unter völlig entfremdeten Organisationsformen entstehen. Wenn es das Ziel ist, endlich einmal die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, dann führt kein Weg an einer besseren Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis vorbei und da hilft ausgerechnet das Thema Bauen weiter, dessen Werke selbstverständlich geschützt werden müssen.

Zur letzten Vollversammlung hatte ich in meiner Arbeitsgruppe Überlegungen zur räumlichen Nähe zwischen einer speziellen Siedlungsform und den NATO-Häuserkampfambitionen geäußert. Diese Gedanken möchte ich nun als eigenen BSV-Beitrag weiter vertiefen, weil ich mir sehr gut eine bestimmte Form des gemeinschaftlichen Wohnens vorstellen kann, die sich so attraktiv darstellt, dass sie jeder sofort wie ein zartes Pflänzchen unter größt möglichen Schutz stellen möchte. Anstatt Widerstand gegen die Militärnutzung zu leisten, schwebt mir eine Kooperation vor, weil es zunehmend wichtiger wird, zivile Entwicklungsprojekte mit glaubhaftem Flankenschutz zu verknüpfen. Auch schwebt mir eine ganz besondere Vorgehensweise beim Bauen vor, die es so bisher nicht gibt. Ich sehe interessante Kombinationsmöglichkeiten, die sich anschließend kristallisationsartig verbreiten können, weil sie einen liebenswerten Kern in sich bergen. Es geht um Freiheit, die wir bisher leider aufgrund eigener innerer Zwänge selber so noch nicht leben können.

Das Ziel menschlicher Kommunikation ist immer ein Zueinanderfinden . Warum soll die militärische Nutzung auf dem Gelände mit 100% veranschlagt werden? Es können genauso auch 70% Trainingsfläche für die Wehrbereitschaft mit 30% für das dann zu schützende Musterlebensmodell kombiniert werden. Mir schwebt ein räumliches Zusammenrücken zwischen militärischen NATO-Übungsaufgaben mit zivilen alternativen Lebensweisen unmittelbar auf dem Gelände des zu Häuserkampfübungen ausgebauten ehemaligen Truppenübungsgeländes vor. Die unmittelbare Parallelität neben einer NATO-Tätigkeit in Nachbarschaft zu einer Lebensweise, die komplett auf Gewaltfreiheit setzt, wäre ein Novum. Die Soldaten sollen bei ihrer Arbeit ständig ein Regulativ vor Augen haben und persönlich erleben müssen, um welche wichtige Aufgabe es sich bei ihrem eventuellen Einsatz handelt und für was für eine liebenswerte Gemeinschaft sie im Ernstfall sogar ihr Leben riskieren müssten. Während der üblichen militärischen Übungsprozeduren wird normalerweise in einer hermetisch abgeschlossenen Welt eher eine nach Rangordnung ausgerichtete Komando und Befehlsempfängermentalität gepflegt, der es nicht gelingt, dafür anfällige Soldaten, in Hinblick auf ihr Selbst zu unterstützen. Dabei ist doch bekannt, wie gerne sich in diesen Milieus ein Typus Mensch versammelt, der eher das Problem, als die Lösung darstellt. Der Feind, den man im anderen zu sehen glaubt, ist ursprünglich im eigenen Inneren zu finden. Es ist der Teil in uns, den wir zum Schweigen bringen müssen und wir vernichten den Fremden in uns, der uns daran erinnert dass wir selbst den Ansatz zum Menschlichen hatten.

Das gesamte Mittelalter war geprägt durch Wehranlagen, in denen die Zivilbevölkerung vor marodierenden Banden etc. geschützt werden konnte. Heute müssen wir uns in die Lage versetzen können, auch Teilregionen außerhalb des deutschen Staatsgebiets im Rahmen von internationalen Einsatzmissionen zu schützen. Wie bei der Polizei muss es aber immer eine Frage der Abwägung bleiben, inwieweit es überhaupt zu einem Einsatz kommt und da kann durch bloßes Mitläufertum eine Militärperson schnell in persönliche Bedrängnis geraten. Hierzu beschreibt der Historiker Browning in einer Untersuchung zu Fragen der „Endlösung“, „Normale Menschen geraten in einen Zustand der Fremdbestimmung, in dem sie nur noch Vollstrecker eines fremden Willens sind “. Aus rein narzisstischen Gründen kann es mündigen Menschen passieren, dass sie plötzlich nicht mehr Herr über ihre eigenen Handlungen sind. Der Wahrheit ins Auge zu blicken fällt uns schwer. Wir sind gefangen in der Angst, zu sehen was wirklich ist . Aus meiner Sicht fehlt hier ein dringend notwendiges Regulativ und das könnten alternative Lebensformen sein, die den Menschen eine wirkliche Lebensperspektive hin zur natürlichen Normalität bieten. Das zentrale Problem des Wettwüstens ist nicht, dass wir zu viel, sondern eher zu wenig für den Frieden riskieren. Unsere Strategie müsste viel komplexer und mehrdimensionaler sein, als das vorherrschende „Frieden durch Stärke“. Bestimmt müssen wir zusätzlich, mit mindestens ebenso viel Kraft „die Frieden durch Schwäche“-Strategien verfolgen, wodurch Gemeinschaft entsteht. Anders gibt es keine Hoffnung .

Friedensarbeit kann auch heißen, den Soldaten zu helfen, damit sie zu sich selber finden können. Wir dürfen es nicht zulassen, dass weiterhin Mannschaften unreflektiert den fremden Meinungen ihrer Vorgesetzten ausgeliefert sind und damit lediglich zu Ausführungsgehilfen anderer missbraucht werden. Wir brauchen wehrhafte Strukturen, aber wir können es uns nicht mehr leisten, dass sich weiterhin mündige Bürger an den Gehorsam einer Befehlsmentalität klammern. Ohne friedensstiftende Hilfestellung kann unsere Militärführung überfordert sein und könnte, rein nach dem Muster der Gewohnheit zu ekligen Aktionen aufrufen, die sie so eigentlich dann doch nicht wollten, einfach weil sie nicht den richtigen Dreh finden konnten. Derartige Fehlschläge, die dann desaströs im unvermeintlichen Abenteuer enden, dürfen wir uns nicht mehr leisten. Besser Aufbau und Schutz der von Gemeinschaften errichteten Anlagen durch Steuermittel finanzieren, als mit den selben Mitteln Zerstören und Bekämpfen eines Gegners zu trainieren. Es ist daher wichtig, mit Kombinationsmaßnahmen deutliche Zeichen in Richtung wirkliche Perspektive zu setzen.

„Normale Menschen geraten in einen Zustand der Fremdbestimmung, in dem sie nur noch Vollstrecker eines fremden Willen sind “. Dieser Satz passt nicht nur auf das Militär, er lässt sich genauso auf das Bauwesen übertragen. Das gesamte Baugeschehen beruht auf Fremdbestimmung und basiert auf der Vollstreckung eines fremden Willen, den ich normalerweise als Architekt zu koordinieren habe. Tatsächlich funktioniert die gängige Baupraxis so wie sie funktioniert und dabei fällt die Frage unter den Tisch, wer baut denn das und passiert tatsächlich die Arbeit aus Erfüllung? Immerhin hängt stets der Brotkorb dazwischen. Da passt vieles in der Realität vorne und hinten nicht zusammen, aber wer will schon die daraus resultierenden logischen Schlüsse hören, denn schließlich könnte ja die unbequeme Wahrheit zu Tage gefördert werden. Jeder Handwerker ist Vertraglich dazu verpflichtet, bei Unstimmigkeiten auf Missstände hinzuweisen, aber ich als verantwortlicher Architekt finde kein Gehör, wenn ich auf die Fremdbestimmung von Bauarbeitern hinweise. Im Gegenteil, die Wahrheit macht einsam.

Aufgrund meiner beruflichen Qualifikation als Architekt betrachte ich viele der allgegenwärtigen Gewohnheiten durch eine andere Brille, als es z.B. LehrerInnen, Kaufleute oder JuristInnen tun und komme logischerweise bei der Bewertung der Zusammenhänge zu "eigenen" Schlüssen. Als Reaktion daraus habe ich begonnen, sämtliche Bauvorhaben einfach selber zu bauen, was komischerweise sogar gut möglich ist. Auf unorthodoxe Weise sind Gedanken entstanden, die so noch niemand auf dem Schirm hatte. Wie viele Initiativen und alternative Projekte haben hier ähnliche Ansätze. Immer ist es dieser Impuls zum selbstbestimmten Leben an sich, der ein enormes unverhofftes Entfaltungspotential birgt. Trotzdem bleibt bei vielen ein Unbehagen und die Frage nach dem „wie“ bestehen. Die Antwort darauf ist aber denkbar einfach, denn es braucht nur zu gelingen, dass niemand das „Sagen“ hat.

Niemand soll mehr gegeneinander konkurrieren müssen, wenn sich alle im Miteinander ergänzen. Die Gewohnheiten der Fremdsteuerung zur Leistungssteigerung müssen als Problem erkannt werden, denn es kann nicht mehr wie bisher ums schneller, weiter, besser gehen, sondern es muss künftig um den eigenen Antrieb durch Motivation, dem Nutzen der Sache und dem Spaß an der Kreativität gehen. Trotzdem unterscheidet sich mein Vorschlag von den anderen alternativen Gemeinschaften darin, dass auch mir zwar die Förderung der Eigenständigkeit besonders wichtig ist, aber sich jeder unbedingt möglichst eigenständig an seinem eigenen Projekt entfalten soll. In einem weiteren Schritt sehe ich dann die Bedingungen für Familien und deren Kinder auf das eigene Bauwerk zugeschnitten, die sich möglichst eigenständig innerhalb der Gemeinschaften entwickeln sollen aber gleichzeitig den anderen als Anregungen dienen. Die Stützen der Gemeinschaften sind letztlich die Großmütter. Hierzulande hat Familie einen schweren Stand. In modernen Stadtgrundrissen aber auch denen der Einfamilienhäuser ist es oft nicht gewollt, die Großmütter ordentlich zu integrieren. Der Zusammenhang, weshalb der so elementare Familienzusammenhalt überall am zerbröselt ist und die Patchworkfamilie inzwischen schon als Normalität angesehen wird, ist aber komplizierter. Viel erklären ist schwierig, denn es braucht das praktische Beispiel „learning by doing“ am Projekt. Es werden immer Fehler passieren, aber es geht darum, aus diesen zu lernen, um sich dann ganzheitlich auch zugunsten von Kinderbelangen und deren Mütter zu verbessern.

Mein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Kollegen ist, dass mir aus biographischen Gründen die Option fehlt, andere zu beschäftigen. Für einen Architekten ist das normalerweise verheerend, weil er ja auf seine ausführenden Kräfte angewiesen ist. Wie sonst sollen die durch ihn geplanten Gebäude sonst entstehen. Probleme lassen sich aber bekanntlich lösen und so habe ich beschlossen, weil ich wie gesagt ja meine Projekte einfach selber baue, eine Siedlung zu planen, die von vorn herein auf Selbstbau ausgelegt ist. Zur Arbeitserleichterung habe ich eigens dafür ein nachhaltiges Fertigteilhaussystem entwickelt. Durch die praktische Erfahrung konnte ich feststellen, wie durch Selbstbau noch viel mehr möglich wird, weil plötzlich unerwartete Ergebnisse durch Erfindungen, neue Wege aufweisen. Die „unglaubliche Raumbildung für jeden, ohne dass irgendjemand das Sagen hat“, kann damit tatsachlich Realität werden. Jetzt schweben mir hufeisenförmige Flächen mit Parzellen vor, die sich selber errichten und anschließend ähnlich Kleingartenanlagen bewirtschaftet werden, mit der Möglichkeit gleich dort auch zu Wohnen. Entscheidend ist, den Beteiligten das Leben so lebenswert wie möglich zu gestalten, damit sie sich entwickeln können. Das ganze kann ich mir im Rahmen eines zweiten Arbeitsmarktes vorstellen. Unter einer jeweiligen Zielsetzung wie z.B. Begrünungsprojekt oder Produktionskollektiv etc. können genossenschaftliche Vorhaben einen enormen Mehrwert erzeugen, ohne gegen den ersten Arbeitsmarkt konkurrieren zu müssen. Das Pilotprojekt ist genauso auch für die Entwicklungshilfe bzw. den Katastrophenschutz vorstellbar. Damit sollen künftig bewilligte Hilfsgelder effektiver und vor allem nur noch einmal ausgegeben werden. Gleichzeitig geht es darum, mehrere Aufgaben viel wirtschaftlicher in nur einem Schritt erledigen zu können. Das breite Spektrum der Möglichkeiten zeichnet sich wie folgt aus:

• Einbeziehung bestehender Wehrstrukturen zu Schutzmaßnahmen
• Einbeziehung von UN-Missionen
• Schaffung neuer Dörfer nach Naturkatstrophen
• Begrünung arider Zonen
• Perspektive für Flüchtlinge
• Organisation von Schulungen
• Meditation und Konfliktbewältigung

Wollen wir Menschen diesen Planeten auch weiterhin besiedeln können, werden wir unsere unliebsamen narzisstischen Prägungen irgendwann erkennen. Manchmal liegen zwar die neuen Wege in anderer Richtung und es drängt mal wieder zur Wende, aber auch diese Herausforderungen sind machbar.

Die Verknüpfung von Theorie und Praxis durch Bauen und gleichzeitig die neuen Anlagen durch geschultes Personal schützen zu lassen ist eine zielführende Chance, um die Menschen durch neue Perspektiven zu motivieren. Um jetzt dieses wichtige Anliegen der Allgemeinheit nahe zu bringen, hilft das praktische Vorleben am Modellprojekt und da kann eine provokante NATO-Übungsplatzbeteiligung als Multiplikator zur Außendarstellung natürlich beste Dienste leisten, denn es ist allemal besser,

die gute Idee zündet, als das die NATO zündet.
bauDirDeineWelt
 
Beiträge: 10
Registriert: 05.2017
Geschlecht:


Zurück zu "Vorstellungszimmer"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron